WSG Action Day am Neusiedler See

Action total am Neusiedler See - Kenterungen, Materialbruch und Verletzungen sorgten für Hektik auf allen Bahnen

Manchmal finden angesagte Revolutionen doch statt: Der Wetterdienst warnte schon gestern vor heftigen Sturmböen, heute wurde diese Ankündigung Realität.
In Podersdorf starteten die Hobie Tiger bei auffrischendem Wind bis 22 Knoten zu ihrer dritten Wettfahrt.Schon an der ersten Tonne überschlug sich der führende Russe bei Setzen des Gennakers und machte den Weg frei für die Australier Darren Bundock/Glenn Ashby, die in Folge einen überlegen Sieg nach Hause fuhren. Roman Hagara und Hans Peter Steinacher holten Platz drei, Thomas Zajac/Thomas Czajka kämpfen mit dem defekten Ruderblatt des ihnen zugelosten Bootes und beendeten die Wettfahrt auf Rang 14.
Die vierte Wettfahrt stand ganz im Zeichen einer aufziehenden Gewitterfront, die Wind bis zu 30 Knoten und damit allerlei Unruhe ins Feld brachte. Kurz vor dem Start kenterte das russische Team und riss Zajac/Czajka mit ins Verderben; die beiden Boote verhakten sich, wobei der Gennakerbaum der Österreicher zu Bruch ging - Aufgabe.
Hagara/Steinacher schafften es bis zur ersten Tonne, dort brach die Saling, die Doppelolympiasieger mussten ebenfalls in den Hafen segeln. In dieser Tonart ging es weiter, nur sieben Mannschaften kamen überhaupt ins Ziel, der Rest wurde von diversen Materialschäden zur Aufgabe gezwungen. Doch nicht nur kaputtes Material, auch mehrere Verletzte gab es zu beklagen. Am schlimmsten erwischte es die Norddeutschen Johannes Polgar/Florian Spalteholz, die nach dem gestrigen Tag in Führung gelegen waren. Der 28-jährige Polgar musste mit Verdacht auf Knöchelbruch ins Spital.
Unbehelligt von diesen Wirren holten die mehrfachen Tornado-Weltmeister und Silbermedaillengewinner von Sydney Bundock/Ashby, die zu den schwersten Mannschaften zählen, einen weiteren Tagessieg und übernahmen damit auch die Führung im Zwischenklassement. Sie waren eine der wenigen Mannschaften, die den Hobie Tiger bei diesen Bedingungen im Griff hatten. An zweiter Stelle liegen - der Ausfall konnte gestrichen werden - Hagara/Steinacher, Zajac/Czajka sind derzeit zehnte.

Zahlreiche Kenterungen und Überschläge gab es auch auf der 49er-Bahn in Neusiedl zu sehen, wo ebenfalls zwei Wettfahrten gesegelt wurden. Die im Zwischenklassement an der Spitze liegenden Spanier Iker Martinez/Xabier Fernandez hingegen genossen den wilden Ritt, holten einen weiteren Tagessieg sowie Platz drei und bauten ihre Führung weiter aus. Christoph Sieber und Florian Kruse überstanden das Gemetzel ohne Kenterung und mit zwei neunten Plätzen. Damit liegen sie nun auch im Zwischenklassement auf Rang neun.

Gut mit dem stürmischen Bedingungen zurecht kamen die 470er-Jungs Matthias Schmid/Florian Reichstädter, die beide auf dem Neusiedler See groß geworden sind. Sie holten die Ränge 4 und 5 und liegen auch im Zwischenklassement auf dem fünften Platz. „Es war ein echter Überlebenskampf“, schilderte Schmid, „es hat gestürmt und geschüttet, ich habe nichts mehr gesehen und meinen Vorschoter auch nicht mehr gehört. Aber es war trotzdem total cool!“ In Führung liegen die Kroaten Sime Fantela/Igor Marenic.
Sylvia Vogl/Carolina Flatscher begannen die Serie mit einem letzten Platz zwar denkbar schlecht, ließen sich davon aber nicht entmutigen und hielten mit einem vierten Platz in der nächsten Wettfahrt alles offen (Zwischenklassement: 12). In Führung die favorisierten Europameisterinnen Ingrid Petitjean/Nadege Douroux aus Frankreich.

Schlecht gelaufen ist es bis jetzt für Andreas Geritzer am Laser: In der ersten Wettfahrt blieb er mit Rang 11 unter seinen Erwartungen, in der zweiten kassierte er eine Disqualifikation wegen Frühstarts, die dritte beendete er als 17. An der Spitze auch hier ein Franzose, nämlich Thomas Le Breton.

Derzeit sind die Hobies in Podersdorf an Land und können wegen des extrem hohen Wellengangs nicht auslaufen, auch alle anderen Klassen sind in Warteposition. Nur die 49er segeln eine weitere Wettfahrt. Wenn es Neuigkeiten gibt, finden Sie hier ein Update!

www.worldsailinggames2006.at

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