Höllenritt

Böse Kenterung und ein letzter Platz im Zwischenklassement für Andreas Hagara und Team China

Österreichs AC-Debütant Andreas Hagara durchlebte einen intensiven und sehr emotionalen Einstieg in die AC45 World Series: Nach einem spektakulären Überschlag im Abschluss-Training, der am Rigg irreparable Spuren hinterließ und einen der beiden Rümpfe arg in Mitleidenschaft zog, war der Start des chinesischen Syndikates bis zuletzt unklar. Dank einer arbeitsintensiven Nachtschicht, in der der Rumpf neu laminiert und auf ein geliehenes Rigg umgerüstet wurde, schafften es Hagara und Co. übermüdet und gerade noch rechtzeitig an der Linie. Im Vergleich zu den Plymouth Open, die die zweite Station der Weltmeisterschaftsserie am vergangenen Wochenende eingeläutet hat, zeigte sich die ruppige Englandküste dann windschwach und extrem löchrig. Drei Fleet Race Durchgänge wurden absolviert und es war nicht unbedingt der Tag des regierenden AC-Champions Oracle Racing.

Mit zwei Tagessiegen segelten sich Terry Hutchinson und das Artemis Team aus Schweden an die Spitze des Feldes, Emirates Team New Zealand rangiert zwischenzeitlich auf Platz zwei, Team Korea, das ebenfalls einen Tagessieg landete, folgt auf Rang drei. Mit Energy Team konnte sich ein weiterer Außenseiter perfekt in Szene setzen, die Franzosen liegen vorläufig an vierter Position, noch vor den Oracle Teams von Russell Coutts und James Spithill. Für Andreas Hagara und das China Team verlief der Segeltag nicht unbedingt nach Wunsch. In Durchgang eins verschliefen der Atterseer und seine Crew den Start, in der zweiten Wettfahrt kassierte man aufgrund einer Regelverletzung einen Penalty. In der letzten Runde des Tages segelte der chinesische Katamaran lange Zeit auf Position drei, ehe ein Windloch den Rennverlauf auf den Kopf stellte.

Das Qualfing ist live im Internet zu verfolgen. Die sechs punktestärksten Teams segeln am Samstag in direkten Duellen um den Match Race Sieg.

Andreas Hagara:

„Die vergangenen 24 Stunden waren das pure Adrenalin. Zuerst der böse Überschlag, der für die Mannschaft glücklicherweise glimpflich, aber punkto Materialschäden leider verheerend ausgegangen ist. Dann die Solidarität der AC-Gemeinde, allen voran Artemis Racing, die uns bei Material und Arbeitskraft extrem geholfen haben. Es grenzt an ein kleines Wunder, dass wir rechtzeitig an der Linie waren, dass der Tag hart werden wird, war klar. Wir hatten ohne Abstimmung naturgemäß Geschwindigkeitsprobleme und waren zu sehr mit dem Boot beschäftigt. Da sind taktische Fehler die logische Konsequenz, zum Teil waren wir auch zu unkonzentriert. Trotz aller Probleme gibt es aber auch Positives. Im dritten Rennen sind wir lange Zeit ausgezeichnet gesegelt, es braucht eben seine Zeit, dass Material neu einzustellen. Wir werden ab nun ausgeschlafen und mit neuem Elan an die Sache herangehen und hoffen auf eine Steigerung.“

Zwischenstand Match Race Qualifing:

1. Artemis Racing (SWE) 27
2. Emirates Team New Zealand 25
3. Team Korea 23
4. Team Energy (FRA) 20
5. Oracle Racing/Coutts (USA) 20
6. Oracle Racing/Spithill (USA) 19
8. China Team 9

Weitere Artikel aus diesem Ressort

Ressort America's Cup

Zurück zum Monohull

Der nächste America’s Cup soll nicht mehr auf Katamaranen gesegelt werden

Ressort America's Cup

Nächster America’s Cup 2021

Die Neuseeländer geben erste Fakten preis, das detaillierte Protokoll soll im September veröffentlicht werden

Ressort America's Cup

Theater der Jugend

Das britische Team holte beim Red Bull Youth America’s Cup den Sieg, das österreichische Candidate Sailing ...

Ressort America's Cup

Edler Tropfen für den AC

Mouton Cadet gibt sein US-Debüt als Offizieller Wein des America’s Cup 2017

Ressort America's Cup

Mensch und Maschine

Demnächst wird beim 35. America’s Cup auf ultraschnellen, foilenden 50 Fuß-Katamaranen eine neue Ära des ...

Ressort America's Cup

Jackpot für Scharnagl

Stefan Scharnagl vom SC Mattsee wird beim Youth AC die Position des Steuermanns im Candidate Sailing Team ...