Rolex Olympic Class Regatta 2007, Miami

Die Rolex OCR weist aus österreichischer Sicht erfreuliche Ergebnisse auf

Am besten schneiden in Miami Sylvia Vogl (SC Kammersee) und Carolina Flatscher (SCTWVA) in der 470er-Klasse ab. Mit Platz vier im abschließenden Medal Race gelingt ihnen ein weiteres Top-Ergebnis zum Abschluss des Segelweltcups in Miami. Die Österreicherinnen ziehen eine zufriedene Bilanz: "Wir haben uns unmittelbar vor Beginn der Regatta für den Einsatz der neuen Starkwindsegel entschieden, das war gewissermaßen ein Sprung ins kalte Wasser", erklärt Steuerfrau Sylvia Vogl. Vor allem zu Beginn der Serie fehlte den Österreicherinnen die Erfahrung mit dem neuen Material. "Im Hinblick auf die restliche Saison sind aber genau solche Tage wertvoll, an denen wir im Wettkampfstress am Set-Up feilen müssen", meint Vorschoterin Carolina Flatscher.

Da die Abstände nach vorne und hinten schon relativ groß sind, gehen Vogl/Flatscher das Medal Race aggressiv an. Das Risiko macht sich bezahlt, trotz drehenden Windes und störender Wellen durch zahlreiche Zuschauerboote behalten die Österreicherinnen die Nerven und segeln auf Platz vier ins Ziel. Nur wenige Meter dahinter die Engländerinnen Bassadone/Clark und die französischen ISAF-Weltmeisterinnen Petitjean/Douroux. "Das war ein Herzschlagfinale. Wir haben in einer schwierigen Situation die Nerven behalten und uns gegen die Top-Teams durchgesetzt", sagt Sylvia Vogl zufrieden. Für Vogl und Flatscher steht jetzt noch eine Trainingswoche in Übersee am Programm, ehe es nach fast vier Wochen in Florida wieder zurück nach Europa geht.

Matthias Schmid und Florian Reichstädter im zweiten OeSV-470er beenden die für sie nicht zufriedenstellende Regatta auf dem 20.Rang.

In der Tornadoflotte geht es am letzten Tag dramatisch zu. Unter den zahlreichen Pechvögeln auch Österreichs Paradesegler Roman Hagara und Hans-Peter Steinacher: Bei der ersten Tageswettfahrt holen sie noch einen vierten Platz, dann aber bricht ihnen bei der letzten Wettfahrt die Pinne des rechten Steuerruders ab und sie müssen aufgeben. Nach aussichtsreichen Zwischenpositionen beenden sie die Regatta so auf dem 11. Gesamtrag. Zwei Frühstarts und Materialprobleme waren am Ende für die Platzierung ausschlaggebend. "Das Material ist noch nicht am Punkt. Wir waren hier, um zu testen. Und so können wir sehr zufrieden sein", bilanziert Steuermann Roman Hagara gelassen. OeSV-Sportdirektor Georg Fundak erklärt: "Die Wettfahrtleitung hat Roman und Hans-Peter für das nicht beendete Rennen eine falsche Punkteanzahl berechnet. Ansonsten wären sie ins Medal Race gekommen. Wir werden das beim internationalen Segelverband mit Sicherheit zur Sprache bringen." Der Sieg geht an die Engländer Mc Millan/William.

Das zweite Tornado-Team, Thomas Zajac und Thomas Czajka hat einen guten Lauf im ersten Rennen und eine gute Nachstartphase. Mit der Aussicht, als Führende zur ersten Tonne zu kommen, bleiben sie kurz davor in einem Windloch stecken, können aber immerhin an dritter Position um die Boje gehen. Zwei Runden lang halten sie problemlos Rang drei, auf dem letzten Vorwindkurs kommen sie aber genau zwischen zwei große Kanten. Sie verlieren noch drei Plätze und kommen so als Sechste ins Ziel – immer noch ein sehr gutes Wettfahrtergebnis für die jungen Segler, die damit beweisen, dass sie auch bei Starkwind vorn dabei sein können. Bei der zweiten Wettfahrt sind auch sie nicht vom Glück verfolgt: Nach dem Start reißt Steuermann Zajac das Trapez, er fällt ins Wasser, sie müssen das Rennen ohne Steuermanntrapez fortsetzen. Als vorletzter oben angekommen baut Zajac auf dem Vorwindkurs ein neues Trapez, während Czajka im Trapez gleichzeitig den Gennaker fährt und steuert. Trotzdem können sie ein paar Gegner überholen. Mit provisorischem Trapez fahren sie wieder unter die Top 20. Doch auf dem letzten Vorwindkurs verlieren sie ihren Gennaker aufgrund gebrochener Rolle. Sie absolvieren den Kurs ohne Gennaker und landen schließlich auf dem vorletzten Platz. Endplatzierung für die Tommis: Rang 17, ein ansehnliches Ergebnis, gemessen am starken Teilnehmerfeld von 43 gemeldeten Booten. Das dritte österreichische Tornado-Team, die Kärntner Brüder Thomas und Stefan Jessenig, beenden die Regatta auf dem 30. Rang.

Schlimm erwischt es ein amerikanisches Tornado-Team, das frontal mit einem deutschen kollidiert. Der amerikanische Vorschoter holt sich bei dem Unfall einen schlimmen Beinbruch. Ein Kanadier bricht sich bei der Wettfahrt den Daumen und der Vorschoter eines belgischen Teams zieht sich bei einem Überschlag zwei Rippenfrakturen im Rückenbreich zu.

Die 49er-Segler Nico Delle-Karth und Niko Resch beenden die finale Wettfahrt auf dem zweiten Platz, schieben sich im Gesamtklassement eine Position nach vorne und beenden die erste Regatta des Jahres an achter Stelle. „Wir haben die erste Kreuz ziemlich verhaut und mussten das Feld von hinten aufrollen. Der Wind war wieder sehr drehend, und nachdem wir die ersten zwei Dreher nicht wirklich gut erwischt haben, sind wir nach einem sehr guten Start gleich auf den achten Rang durchgereicht worden“, analysiert Steuermann Delle-Karth den ersten Teil des Finales. „In den nächsten Runden haben wir aber aus den Fehlern gelernt und fast alles richtig gemacht. Ein sehr schwieriges Rennen, bei dem die Nerven sehr in Anspruch genommen worden sind. Das gesamte Feld hat es ordentlich durchgewürfelt,“ ergänzt Vorschoter Resch. Mit Platz acht erreicht das Team eine Top-Ten -Platzierung und sieht den ersten Test im vorolympischen Jahr als gelungen an: „In Anbetracht des Kampfgeistes und des starken Feldes sind wir sehr zufrieden mit dem Ergebnis.“ In wenigen Tagen geht es für das Tiroler-Kärntner Duo wettkampfmäßig weiter, die US National Championships – vergleichbar mit Europameisterschaften - stehen auf dem Programm.

Das zweite österreichische 49er-Team, Christoph Sieber und Clemens Kruse, belegen Platz 30. Mit einem dritten und einem vierten Platz, dazu einmal Rang elf, klingt die Rolex Miami OCR für sie dennoch versöhnlich aus.

Hans Spitzauer und Christian Nehammer beenden die Regatta als 21. Mannschaft von 76 Teilnehmern. Der Sieg bei den Starbooten geht an die Schweden Freddy Loof und Anders Ekstrom. „Wir haben es geschafft, uns bei der Bootsgeschwindigkeit in diesem Wettkampf und im vorhergehenden Training signifikant zu verbessern. Das Ergebnis lässt den Schluss zu, dass wir somit Windtaktisch noch Verbesserungspotential haben,“ kommentiert Hans Spitzauer die Regatta. Christian Nehammer fügt hinzu: „Der hervorragende erste Tag mit einem zweiten Rang lässt uns auf jeden Fall hoffen und zeigt in die richtige Richtung. Wenn wir es schaffen, solche Leistungen dauerhaft abzurufen, sind wir vorne dabei.“

www.rolexmiamiocr.org

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