Alltagsgeschichten

Zweifellos sind die österreichischen Leuchttürme unseres Sports zu bewundern. Eine kleine (!) Auswahl umfasst Hubert Raudaschl als Rekordteilnehmer bei Olympischen Spielen, Roman Hagara, Hans-Peter Steinacher und Christoph Sieber als mehrfache Olympioniken, Hans Spitzauer als wohl vielseitigster aktiver österreichischer Segler der Weltspitze oder Andreas Hanakamp als Ikone des Hochseesegelns. Mehr noch fesseln aber langjährige Helden des seglerischen Alltags meine Aufmerksamkeit. Damit meine ich Menschen, die es lokal oder regional unter Seglern zur Bekanntheit gebracht haben, weil an ihnen etwas Besonderes ist.

Zwei Beispiele. Seit mehr als einem halben Jahrhundert ist Karl Sieber fixer Bestandteil des Union Yacht Club Neusiedlersee. Segeln war ihm nicht in die Wiege gelegt, gleichwohl hat er stets an ganz unterschiedlichen Aspekten des Segelns und vor allem den damit befassten Menschen Anteil genommen. Der „Sieba Koarl“, seine Ausdauer bei Festen und sein Stehvermögen angesichts diverser gesundheitlicher Rückschläge sind legendär im Club. Fast ebenso lang prägte Albert Sturm vom Union Yacht Club Attersee die Regattaszene in so unterschiedlichen Klassen wie Finn, Starboot, Drachen oder Sonderklasse. Er hat als Klassensekretär zur Entwicklung beigetragen und aufstrebende Sterne gefördert, Vorschoter ausgebildet, mit hoher Emotionalität Wettfahrtentwicklungen kommentiert und hörbar seine Meinung geäußert.

Zwei Beispiele für viele, die in Österreich zu finden sind. Was sie eint: Eine langjährige, unverbrüchlich scheinende Verbindung zum Segeln in seinen fachlichen oder sozialen Aspekten. In Erinnerung bleibende Ecken und Kanten, verbunden mit einem positiven Interesse an anderen Menschen. Und nicht zuletzt das intensive Ausleben von Facetten seglerischen Lebens, in der Regel verbunden mit einem dafür zu bezahlenden Preis – etwas, wovor wir normal Segelsterblichen üblicherweise zurückschrecken. Für all das gebührt ihnen Dank. Bitten doch auch Sie diese Helden der Alltagsgeschichte(n) einmal explizit vor den Vorhang …

Weitere Artikel aus diesem Ressort

Ressort Kreuzpeilung
Ende April in Portsmouth. Während in Österreich der Sommer Urständ feiert, hat es im Herzen der Royal Navy standesgemäß unter 10 Grad. Besuch des Historic Dockyard. Ganz oben auf der britischen Bedeutungsskala vermutlich die HMS Victory, die unter Vize-Admiral Lord Nelson in der Schlacht von Trafalgar gegen die Spanier und Franzosen ikonenhafte Bedeutung erlangte. Ebenfalls beeindruckend: Die HMS Warrior 1860, das erste hochseetaugliche Panzerschiff der Navy mit eisernem Rumpf, die HMS M33, ein küstennah operierendes Kanonenboot aus dem Ersten Weltkrieg mit nur knapp 2 m Tiefgang, das einen Ruf als „lucky ship“ hatte, da sie kein einziges Besatzungsmitglied im Laufe ihres Dienstes verlor, oder die Ausstellung über die 36 Stunden dauernde Seeschlacht vor Jütland 1916 (Skagerrakschlacht) zwischen den von Vize-Admiral Scheer auf deutscher und Admiral Jellicoe auf britischer Seite befehligten Flottenverbänden.









 

Boathouse 4

Ressort Kreuzpeilung
Wann hatten Sie das letzte Mal eine Neue? Nichts hält ewig und mit der Zeit wird es mühsam, jedes Mal wie auf Eierschalen zu gehen, wenn man ordentlich aktiv werden will, und sie es nicht zulässt, da eigentlich anders gebaut. Auch energetisieren die deutlich sichtbaren Spuren des Alters wenig im Vergleich zu den rundherum sich anbietenden Schönheiten.









 

Die Neue

Ressort Kreuzpeilung
Österreich ist ein Land der Vereine – und das zunehmend. Das entsprechende Register zeigt für 2006 76.436 aktive Vereine und für 2017, ein Plus von fast 15%, 87.330. Wenig überraschend angesichts der dominanten Wanderungsbewegungen: Die absolute Zahl der Vereine nimmt in der Stadt zu und in ländlichen Gebieten – dort allerdings auf Basis einer hohen Vereinsdichte – ab. Bei der Bezeichnung ihrer obersten Leitung wählten die unter dem Dach des OeSV versammelten Vereine biedere bzw. naheliegende Bezeichnungen, i.d.R. Präsident oder Obmann/-frau. Auch die meisten anderen Vereine stellen da keine Ausnahme dar.









 

Biedere Vereinsmeier?

Ressort Kreuzpeilung
Die Dämmerung neblig-kalt, aber im wohlig-warmen Wohnzimmer steht eine dampfende Tasse Tee ebenso bereit wie duftender Lebkuchen. Auf einmal ein lautes, dumpf-kratzendes Geräusch. Ich schaue durch die Terrassentüre – und erblicke einen riesigen Container, der unseren zugegebenermaßen sehr klein geratenen Garten fast gänzlich ausfüllt. Rasch eile ich hinaus und sehe eine leicht verschmutzt wirkende Gestalt hinter dem Container hervorkommen.









 

Auf hoher See

Ressort Kreuzpeilung
Die Stimmung im Bus bei der Fahrt nach Kroatien ist prächtig, Team Wein4tel macht seinem Namen alle Ehre. Nach der Bootsübernahme das obligate Begrüßungsdinner, alle Tische dicht besetzt. Alle? Einer fällt mit zwei einsamen Gestalten ein wenig aus dem Rahmen. Was, nur zwei Leute für den Hofbauer Business Sprint von Umag nach Biograd? Ist denen die halbe Crew abhanden gekommen? Die können froh sein, wenn sie vor dem Zeitlimit ankommen, auch wenn es nur 130 Seemeilen sind … So oder ähnlich mag der eine oder andere sorgenvoll-mitleidig gedacht haben.









 

Twinni

Ressort Kreuzpeilung
Heutzutage können Menschen wie Sie und ich ganz schnell „Ambassador“ werden, also Botschafterin oder Botschafter. Eine kleine Auswahl dessen, was Normalos offensteht: Whiskey (z.B. Makers Mark), Geldtransaktionsfirmen (z.B. Neteller), Hotels (z.B. Sava Hotels & Resorts), Bekleidung (z.B. Lanierie) oder Zigarren (z.B. CigarCities). Abgesehen vom zweifelhaften Vergnügen der Eindeutschung eines englischen Begriffs, verbunden mit der netten Variante Ambassadorin und der Verflachung dessen, was er eigentlich umfasst – die Grundidee ist attraktiv: Menschen entscheiden sich, etwas, das ihnen wichtig ist, zu ihrem zentralen Anliegen zu machen, es aktiv zu vertreten, für ein positives Image zu sorgen, dessen Interesse zu wahren und dabei stets höflich zu bleiben.









 

Ambassador