S/W

Limitierte Auflage. Stück 211/1000, handsigniert, kommt im eleganten Schuber. Die werte Kollegenschaft hat bei meiner turnusmäßigen Wegrotation als Departmentvorstand – wohl aus einer Mischung von Anerkennung und Erleichterung heraus – tief in die Tasche gegriffen und mir „Segelmomente“ geschenkt, einen Bildband des bekannten Segelfotografen Nico Krauss.

Seine Bilder haben es in sich. Sie zeigen zum einen auf beeindruckende Weise die zeitlose Schönheit des Segelns. Da finden sich ein Bild des Gaffelkutters The Lady Anne, gebaut 1912 in Fairlie/Schottland, während der W. Fife Regatta, die Aufnahme des eigenen Cockpits am 95er Schärenkreuzer Ala-Ala aus 1919, ein Schnappschuss der Shamrock V von Designer Charles Nicholson, in Auftrag gegeben von Sir Thomas Lipton anlässlich des 14. America’s Cup 1929, oder ein Foto der Solway Maid, dem letzten Entwurf des legendären William Fife III.

Zum anderen – und das ist besonders beeindruckend – illustrieren diese Fotos, dass ganz oft weniger mehr ist. Die Bilder sind zwar großformatig in 35 x 30 cm, aber ausschließlich in Schwarz/Weiß gehalten. Und es ist erstaunlich, wie die Abwesenheit von Farbe kein Fehlen ist, sondern das jeweilige Motiv noch besser zur Geltung bringt. Wenn etwa die Trivia, eine Yacht der Meterklasse, unter wolkenverhangenem Himmel bei ruhiger See dahinzieht, dann kommen die feinen Nuancen der Wellen unnachahmlich zur Geltung. Wenn der Schärenkreuzer Springtime vor Fehmarn auf der Ostsee mit starker Krängung hart am Wind aufkreuzt und sich im glänzend lackierten Holzrumpf der Uferwald spiegelt, dann fließen die verschiedenen Grautöne zu einer harmonischen Gesamtkomposition zusammen, die ihresgleichen sucht.

Das Blättern und Betrachten macht eines deutlich: Nicht das Extreme, Schrille, in die Augen Stechende, sich bunt Vordrängende ist einen zweiten Blick wert. Viel öfter, vermutlich sogar in der Regel sind es die Grautöne, die feinen Schattierungen und sanften Übergänge, die zwischen Schwarz und Weiß liegen, welche uns eine Situation der Tiefe erschließen. Vermutlich sollten wir uns – gerade in aufgeregten Zeiten wie diesen – daran öfter erinnern.

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