Ambassador

Heutzutage können Menschen wie Sie und ich ganz schnell „Ambassador“ werden, also Botschafterin oder Botschafter. Eine kleine Auswahl dessen, was Normalos offensteht: Whiskey (z.B. Makers Mark), Geldtransaktionsfirmen (z.B. Neteller), Hotels (z.B. Sava Hotels & Resorts), Bekleidung (z.B. Lanierie) oder Zigarren (z.B. CigarCities). Abgesehen vom zweifelhaften Vergnügen der Eindeutschung eines englischen Begriffs, verbunden mit der netten Variante Ambassadorin und der Verflachung dessen, was er eigentlich umfasst – die Grundidee ist attraktiv: Menschen entscheiden sich, etwas, das ihnen wichtig ist, zu ihrem zentralen Anliegen zu machen, es aktiv zu vertreten, für ein positives Image zu sorgen, dessen Interesse zu wahren und dabei stets höflich zu bleiben.

Mir drängt sich eine Frage auf: Sind wir, die wir das Segeln lieben, außerhalb unser eigenen Aktivitäten am Wasser bewusste Botschafter unseres Sports? Haben wir es uns zur Selbstverständlichkeit gemacht, bei unseren diversen Begegnungen auf seine ganz speziellen Besonderheiten hinzuweisen – von der Schönheit des Naturerlebens über die positive Wirkung auf Kinder und Jugendliche bis hin zu den Möglichkeiten der Ausübung bis ins hohe Alter? Sind wir bereit, aktiv zu werden und mit unseren Kontakten zu helfen, wenn wir Nöte und Anliegen innerhalb des Segelsports erkennen? Geben wir uns im Alltag auch ohne Corps-Diplomatique-Kennzeichen als Segelbegeisterte zu erkennen, etwa über Blöcke oder Schäkel als Schlüsselanhänger, einschlägige Bekleidung, Rucksäcke oder Aufkleber?

Klar, das alles muss nicht sein. Es geht auch ohne uns Alltagssegelbotschafter weiter. Aber wenn es denn wäre, würde es in vielfacher Hinsicht einen Unterschied machen. Unser Sport wäre präsenter im Alltag und selbstverständlicher Teil eines Landes, das seine Identität primär über Berge und Schnee bezieht. Türen stünden offener, wenn es um Geld oder andere Ressourcen geht, Seglerinnen und Segler wären noch stolzer auf das, was sie tun. Wenn viele ein wenig (oder gar viele viel) tun und sich bewusst und gezielt für die Förderung dessen, was sie lieben, einsetzen – dann bewegt sich etwas.

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